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Der Master of Business Administration hat sich mittlerweile zu einer festen Größe unter den akademischen Bildungsabschlüssen entwickelt. Wenig verwunderlich also, dass das Angebot stetig steigt. Die Programme werden laufend optimiert und den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Ein Überblick über aktuelle Trends.

1. Ausbau der Online-Lehre

Business Schools haben auf die zunehmende Nachfrage nach ortsunabhängigen Weiterbildungsprogrammen reagiert und bieten vermehrt auch Online-Kurse oder ganze Studiengänge via E-Learning an. Neben zeitlichen Vorteilen (die Studierenden sparen sich den Weg zum Weiterbildungsinstitut) kommen weitere positive Nebeneffekte hinzu: Studierende können Live-Lehrveranstaltungen später meist asynchron ansehen und jederzeit über eine eigene Plattform kommunizieren. Weiters profitieren sie davon, auf diese Weise virtuell KollegInnen aus anderen Regionen und unter Umständen anderen Ländern kennenzulernen. Dieses Konzept fördert also indirekt auch interkulturelle Kompetenz und dient der globalen Vernetzung. Bei reinen Präsenzstudien ist dies unter Umständen seltener der Fall.

Nicht zu unterschätzen ist aber der Umstand, dass es große Disziplin erfordert, sich zu Hause und gleich nach der Arbeit vor den Laptop zu setzen und sich so neues Wissen anzueignen. Oft gibt es auch kommunikationstechnische Hürden, denn es ist in der Regel schwerer, sich online abzustimmen als Face-to-Face..

Wer glaubt, dass nur kleinere Anbieter auf Online-Lehre setzen, irrt, denn immer mehr internationale Top-Universitäten versuchen so die weltweit besten KandidatInnen zu bekommen. Dieser Trend kann unter Umständen zur Gefahr für regionale Anbieter werden. Weiterbildungsinteressierte können von diesen dynamischen Entwicklungen allerdings nur profitieren.

2. Social Skills und Personal Branding

Gute MBA-Anbieter legen großen Wert darauf, Theorie und Praxis Know-how verschmelzen zu lassen. Sie wissen, dass Social Skills in der Berufspraxis eine entscheidende Rolle spielen, zum Beispiel in einem Bewerbungsgespräch oder einem Elevator Pitch — für Führungskräfte sollten sie ohnehin obligatorisch sein. Allerdings sind es gegenwärtig vor allem Anbieter aus dem angelsächsischen Raum, die solchen Kursen eine größere Präsenz in den Curricula zugestehen.

Auch wenn in MBA-Programmen hierzulande das Angebot von Kursen, die sich speziell mit Personal Branding auseinandersetzen, noch ausbaufähig ist, geht der Trend klar in diese Richtung. Schließlich finden sich Kurse, die sich mit sozialen Fertigkeiten beschäftigen, bereits in Bachelor- und Masterstudiengängen. Das diese oft hoffnungslos überfüllt sind, ist eine andere Geschichte.

3. Zunahme spezieller statt generalistischer Studiengänge

Eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahren vollzogen hat, ist die Zunahme spezialisierter Studienprogramme. Dazu muss man wissen, dass ein Master of Business Administration ursprünglich — und auch noch überwiegend heutzutage — für Studieninteressierte geschaffen wurde, die ein generalistisches Management-Studium absolvieren möchten. Oftmals handelt es sich dabei um TechnikerInnen, die im Unternehmen Führungsaufgaben übernehmen und daher betriebswirtschaftliches Know-how brauchen. BewerberInnen, die ohnehin eine betriebswirtschaftliche Ausbildung vorweisen können, zählen nicht unbedingt zur Hauptzielgruppe.

Mit der nun zunehmenden Anzahl spezialisierter Programme verschwimmen allerdings die Grenzen zu Master-Programmen, die ohnehin auf Spezialisierung ausgerichtet sind. Wer sich also für einen MBA entscheidet, sollte sich überlegen, ob er einen spezialisierten Abschluss anstrebt oder es hauptsächlich darum geht, Führungs- und Managementkompetenzen zu erwerben. Trotz des Trends zur Spezialisierung ist der Fokus auf Führungs-Know-how das Hauptaugenmerk eines klassischen generalistischen MBAs. Wer hingegen eher eine Fachkarriere anstrebt und nicht unbedingt sofort Menschen führen möchte, der ist in einem spezialisierten MBA-Programm oder einem Master-Studiengang besser aufgehoben.

4. Technik, Change Management Kompetenz und Startup Mentalität

Industrie 4.0 ist in aller Munde. Wir wissen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Roboter und Maschinen selbstständig Aufgaben übernehmen und dadurch Jobs wegfallen. Laut Schätzungen wird es in den kommenden 20 Jahren 30 bis 50 Prozent der Jobs, so wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben. Was bedeutet das für eine Ausbildung wie den MBA? Bildungsanbieter beginnen, sich verstärkt mit Change-Management-Prozessen zu beschäftigen. Ziel ist es, nicht mehr nur vorhandenes Wissen in Projekten umzusetzen, sondern zu lernen, im Sinne einer digitalen Transformation an neuen Ideen zu arbeiten. Das ist freilich leichter gesagt als getan.

Weil vieles von technischem Know-how abhängt, sind Managementkompetenz und technisches Know-how gleichermaßen gefragt. Bewährt hat sich eine Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams, wie sie beispielsweise am Indian Institute of Management praktiziert wird. Speziell Start-ups aus dem technischen Bereich werden in Zukunft verstärkt mit disruptiven Technologien bestehende Gesetze in Frage stellen.

Author: BildungsCluster

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