Familienhebamme

Kurzbeschreibung

Im Kompetenzprofil Familienhebamme des deutschen Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH 2012: 9) ist deren Tätigkeit folgendermaßen definiert: „Der Schwerpunkt der Familienhebammenarbeit liegt auf der physischen und psychosozialen Beratung und Betreuung von (werdenden) Müttern und Vätern sowie anderen primären Bezugspersonen und deren Säuglingen. Es handelt sich um eine aufsuchende Tätigkeit in Familien mit erhöhtem Unterstützungsbedarf. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Berufsgruppen ist wesentlicher Bestandteil der Familienhebammenarbeit.“

In der Weiterbildung zur Familienhebamme an der FH Kärnten werden sowohl Fachkompetenzen als auch personale Kompetenzen, insbesondere Sozial- und Selbstkompetenzen, die für das Tätigkeitsfeld der Familienhebamme notwendig sind, vermittelt. Neben relevantem Fachwissen werden Kompetenzen erworben bzw. vertieft, die gewährleisten sollen, das erworbene Wissen in der Berufspraxis von Familienhebammen gelingend anzuwenden. Gemäß dem Kompetenzprofil des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) sind zentrale Themenbereiche einer Weiterbildung zur Familienhebamme

  • Qualitätssicherung
  • Gesundheit und Entwicklung des Säuglings
  • Gesundheit und Entlastung der primären Bezugspersonen
  • Beziehung und Interaktion der primären Bezugspersonen mit dem Säugling sowie
  • Kooperation.

Personen mit mindestens 1-jähriger Berufserfahrung im klinischen oder außerklinischen Bereich sowie die Berufs-Anerkennung als Hebamme.

Der Lehrgang kann berufsbegleitend absolviert werden.

sonja_dietrichsteiner

Lehrgangsadministration: Sonja Dietrichsteiner
Telefon: +43 (0)5 90500 – 4302
E-Mail: s.dietrichsteiner@fh-kaernten.at

Ziele und Berufsfelder

Der Weiterbildungslehrgang wird mit der Zielsetzung angeboten, zusätzliche, über die berufliche Grundqualifizierung hinaus gehende Kompetenzen im Bereich der Frühen Hilfen zu vermitteln, insbesondere in der frühzeitigen Förderung der Kindesentwicklung, der Erweiterung und Förderung der elterlichen Fürsorge- und Interaktionsfähigkeit, der Prävention und des Erkennens von Kindeswohlgefährdung sowie der zielgerichteten Vernetzung im Gesundheits- und Sozialbereich. Die Evaluation des Projekts „FrühStart“ zeigte die zunehmende Fähigkeit der Familienhebammen, sektorenübergreifend Kontakte zu Akteuren des sozialen Bereichs herzustellen. Durch die spezifische Weiterbildung und die Erfahrungen im Umgang mit hoch belasteten Familien und dem Netzwerk fand eine praktisch relevante Kompetenzerweiterung statt (Ayerle, Luderer & Behrens 2010).

Zielgruppen der Arbeit von Familienhebammen sind v.a. Frauen mit erhöhtem Unterstützungs- und Betreuungsbedarf, wie Teenagerschwangere und -mütter, Frauen und Familien mit Gewalt- und/oder Suchtproblematik, Familien, die von Armut betroffen sind und/oder von der Jugendwohlfahrt betreut werden, Frauen mit psychischen und chronischen Erkrankungen, geistiger/ körperlicher Beeinträchtigung, eingeschränkter Befähigung zur Alltagsbewältigung, Migrantinnen, Alleinerzieherinnen, Frauen mit gestörter Beziehung zum Kind, überforderte, traumatisierte Frauen, Frauen in Trauer, nach Adoption oder Adoptionsfreigabe, mit Frühgeborenen, Mehrlingen, kranken und beeinträchtigten Kindern (vgl. auch Schneider 2005).

Studieninhalte

Im Kompetenzprofil des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (2012) werden folgende, zu erwerbende Kompetenzen formuliert:

  • Die Hebamme entwickelt und festigt eine professionelle Haltung als Familienhebamme
  • Die Familienhebamme setzt Strategien der Qualitätsentwicklung und Maßnahmen der Qualitätssicherung in ihrer Tätigkeit um
  • Die Familienhebamme unterstützt Mutter, Vater bzw. andere primäre Bezugspersonen bei der Versorgung und Gesundheitsförderung des Säuglings
  • Die Familienhebamme geht auf die Entwicklung- und Regulationsfertigkeiten des Säuglings ein und unterstützt entsprechend Mutter, Vater bzw. andere primäre Bezugspersonen
  • Die Familienhebamme unterstützt Mutter, Vater oder andere primäre Bezugsperson bei deren Gesunderhaltung
  • Die Familienhebamme geht auf die Belastung der Mutter, des Vaters oder anderer primärer Bezugspersonen des Säuglings ein und unterstützt diese ihre Ressourcen zu aktivieren
  • Die Familienhebamme unterstützt Mutter, Vater bzw. andere primäre Bezugspersonen bei der Beziehungsgestaltung zum Säugling
  • Die Familienhebamme kooperiert mit den (öffentlichen) Auftraggebern
  • Die Familienhebamme arbeitet interdisziplinär und vernetzt und nimmt eine Lotsinnenfunktion gegenüber der Familie ein
  • Die Familienhebamme nimmt die Signale einer Gefährdung des Kindeswohls wahr und wird zum Schutz des Kindeswohls aktiv.

Das hier vorliegende Curriculum und die Weiterbildungsinhalte orientieren sich an den Mindestanforderungen zur Qualifizierung von Familienhebammen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen, das zehn zentrale Themenbereiche (Tätigkeitsfelder der Familienhebamme, Ressourcenorientiert mit Familien arbeiten, Gesprächsführung mit Familien, Elterliche Kompetenzen stärken, Entwicklung des Säuglings / Kleinkindes, Eltern-Kind-Interaktionbegleiten, Lebenswelt Familie, Umgang mit Hinweisen aufKindeswohlgefährdung (KW), Alltagsnaher Zugang zu Qualitätsmanagement, Psychische Belastungen von Familien) auflistet. Aufgrund des gestrafften Programms im Weiterbildungslehrgang an der FH Kärnten sind die Inhalte und Themen unterschiedlich gewichtet und den hiesigen Gegebenheiten angepasst.

  • Fachbereich

    Gesundheit & Soziales

  • Studientyp

    Zertifikatslehrgang

  • Modus

    Berufsbegleitend

  • Dauer

    8 Monate / 8 Module

  • Sprache

    Deutsch

  • Auslandsaufenthalt

    nicht vorgesehen

  • Kosten

    € 1.250,-

Voraussetzungen

Zugangsvoraussetzung ist eine mindestens 1-jährige Berufserfahrung im klinischen oder außerklinischen Bereich sowie die Berufs-Anerkennung als Hebamme.

Aufnahme/Anmeldung

Unser Aufnahmeverfahren: Zur Anmeldung zum Zertifikatslehrgang „Familienhebamme“ sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf mit Foto
  • Nachweis der o. a. Zugangsvoraussetzungen

Das Bewerbungsformular finden Sie hier.

Updates zu aktuellen Veranstaltungen und Lehrgangsterminen finden Sie auch hier.

Weitere Informationen

Abschluss: Zertifikat Familienhebamme

Den detaillierten Programmablauf und Curriculum finden Sie hier.

Zeitliche Organisation:
Der Zertifikatslehrgang ist als berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme konzipiert.
Er umfasst sieben Module plus ein zweitägiges Zusatzmodul/Follow up mit einer Supervisionseinheit. Die Module finden üblicherweise als monatliche Unterrichtsblöcke an zwei Tagen über sieben bis acht Monate statt (Sommerpause). Das Zusatzmodul/Follow up mit Supervisionseinheit ist fünf bis sechs Monate später geplant. Pro Modul sind 16 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten geplant. Die Zeiten sind üblicherweise von 9.00 bis 16.30 Uhr inkl. Pause.

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